Lichtbrücke 2014

Lichtbrücke für Frieden am 16.09. in Erpel – Zuspruch und Beteiligung größer als erhofft

Lichtbrücke für Frieden und BegegnungAm 16.09.2014 fand eine Lichtbrücke in Erpel und Remagen für Frieden in Menschen und zwischen Menschen statt. Es zeigt mit welcher Herzlichkeit sich die Vertreter der verschiedenen religiös-spirituellen Richtungen vor den Brückenköpfen am Rhein von Erpel und Remagen begegnet sind.
Personen von links/hinten: Lama Geshe Ngawang Thapkhe (buddhistisch); Swami Isa (wissenschaftlich-spirituell); Pfarrer Andreas Arend (Katholisch), Dr. Dirk Seeling (Initiator, Moderator); Rabbi Joseph Pasternak (jüdisch); Pfarrer Michael Busch (evangelisch); Karin Keelan (Bündnis f. Frieden in Remagen); Imam Syed Salman Shah (muslimisch); drei Begleiter des Imam.
Kniend: Zwei Begleiter des Imam

Wir sind sehr sehr glücklich! Es hat alles gepasst und wir bedanken uns bei allen Helfern und Sponsoren, die das möglich gemacht haben!

Das Video könnt ihr hier ansehen: Video „Lichtbrücke für Frieden“
Ludendorff-Brücke

Ludendorff-Brücke

Ziel und Ort der Lichtbrücke für Frieden war…

Die Brücke steht als Symbol für die Verbindung über etwas Trennendes. Wir wollen mit der Veranstaltung erreichen, dass Menschen den ersten großen „Brückenkopf“ zur Verbindung mit anderen Menschen setzen. Der erste Stein zum echten Frieden ist der Wille zum Verstehen des Anderen. Bleibe ich auf meiner Seite und konzentriere mich auf meine Lehre, meine Sicht der Dinge, kommt keine Verbindung zum Anderen zustande. In den Vorgesprächen wurde deutlich, dass dieser Wille bei allen Beteiligten besteht. Die ehemalige stark umkämpfte Kriegsbrücke von Erpel nach Remagen erhält mit Ansprachen, Gebeten und Gesängen sowie viel Licht über Scheinwerfer, Kerzen und Fackeln ein Zeichen für Frieden, das schon vorher viele Menschen in geistige und körperliche Bewegung brachte.

Berichte über die Aktion:

Am Dienstag, 16. September 2014 von 19:00 bis 22:00 Uhr begegneten sich Vertreter führender Weltreligionen und Friedensinitiativen der Region. Sie bauten miteinander ein „spirituelles Feld“ auf, wie der Bonner Generalanzeiger berichtete. Eine „bemerkenswerte Veranstaltung, die von gegenseitigem Respekt und Verständnis getragen war“, wie die Rheinzeitung berichtete. Die Begegnung war von Interesse am Anderen und inneren Frieden geprägt. Die Redner zitierten aus den für sie jeweils heiligsten Büchern zum Thema „Frieden in Menschen und zwischen Menschen“. Teilnehmer sprachen von „einem emotional tief bewegenden Erlebnis“ andere gar von einem „epochalem Ereignis“. Wie auch immer das Erlebnis individuell erlebt worden ist, die Veranstalter und Sponsoren waren sich einig „ Das wollen wir wieder machen“!
Nach den Friedenszitaten, Mantren, Gebeten, Segnungen, Gesängen aus der Sicht der islamischen Gemeinde, der jüdischen Gemeinde, der buddhistischen Lehren, der evangelischen und katholischen Kirche und der uralten indischen Veden, standen die ca. 140 Teilnehmer in Erpel und 30 Teilnehmer in Remagen sichtlich berührt mit Kerzen und Fackeln und sangen zu Liedern wie „Herr gib uns deinen Frieden“ und „We shall overcome“. Ein besonders bewegendes Highlight waren die Kinder der muslimischen Gemeinde, die auf die Frage „Warum singt Ihr hier?“ antworteten „Wir wollen Weltfrieden“.

Bildung hilft gegen Ignoranz jeder Gesinnung

Nachdem führende muslimische Dachverbände jede Terroraktivität als nicht im Einklang mit dem Koran proklamiert haben, können sich Interessierte am 3. Oktober am Tag der offenen Moschee selbst ein Bild von der Muslimischen Denkweise machen. Es wurde deutlich, wie konsequent friedfertig diese Richtung des Islams ist. Gefährlich wird es immer dann, wenn der Mensch polarisiert (Die Juden, Die Moslems, Die Deutschen) und die andere Sicht als „grundsätzlich falsch“ ansieht. Zwangsweise bekehren hat die schlimmsten Gräueltaten und historisch immer noch nicht geheilten Wunden erzeugt. Militante Christen haben über Jahrhunderte Naturreligionen und Andersgläubige Zwangsbekehrt und umgebracht im Namen Christi. Militante Moslems versuchen dasselbe gerade in anderen Ländern im Namen von Allah und Mohammeds. Die Propheten, egal welcher Religion, wurden schon immer missbraucht, um das persönlich minderwertige Ego durch Gewalttaten aufzuwerten.

Das Signal der Redner auf der Lichtbrückenaktion war in höchstem Maße harmonisch und zeigte, wie man immer mehr Verständnis zwischen den Religionen und Menschen aufbauen kann. Das besondere Erlebnis an den Brückenköpfen von Erpel und Remagen war die besondere Stimmung die viele Teilnehmer und Redner als besonders herzlich friedvoll und glücklich erlebten. Mit Kerzen-, Fackelschein am Rheinufer und zwei großen Scheinwerfern über dem Rhein entstand eine Lichtbrücke für Frieden in der Region und der Welt. Die Initiatoren bedanken sich bei den Rednern, Helfern, Sponsoren und auch bei allen offiziellen Stellen (Bundeswasserschutzamt, VG Unkel, Gemeinde Unkel, Gemeinde Erpel) die dafür sorgten, dass die Veranstaltung genehmigt wurde und man in vielen Punkten den Veranstaltern entgegen kam.

Die Sprecherin der Remagener Initiative für Frieden und Demokratie e.V., Karin Keelan machte deutlich wie wichtig es ist, die historischen Plätze vor Missbrauch durch Nazis zu besetzen. In Remagen gibt es seit einigen Jahren rechtsradikale Aufmärsche an den Brücken. Ihre engagierten Helferinnen hatten es in kürzester Zeit vor der Lichtbrücke hinbekommen eine Gruppe von Menschen nach Remagen für ein Feuer auf der anderen Rheinseite zu begeistern. Somit entstand ein starkes Feuersignal auf der Erde am Wasser des Rheins bei milder Temperatur. Sie hat alle eingeladen, die Aktionen auf der Remagener Seite als Gegenmaßnahmen zu den Naziaufmärschen mitzumachen.

Der indische Gelehrte und Yoga-Meister Swami Isa beschrieb es so: „Die Brücke war da, man konnte einfach rüber und wieder zurück. Jetzt fehlt sie. Wir brauchen eine neue Brücke. Für diese Brücke der Begegnung braucht man keine Organisation, kein Gesetz, niemand anderen. Die Brücke zum Anderen braucht nur den inneren Willen, das Interesse am Anderen. Das Getrenntsein vom Anderen ist eine Illusion. Jeder ist mit jedem verbunden wie das Wasser im Rhein mit dem menschlichen Körper!“ Er hat der Rheinregion mit einem Gedicht ein weiteres Geschenk gemacht, wozu ihm alle danken, die ihn erleben durften. Ebenso hat Lama Geshe Ngawang Thapkhe die Herzen der Menschen erreicht. Er bezeichnete sich selbst als Erpeler, da er hier lange Zeit lebte und das tibetische Zentrum gegründet hat.

Warum jetzt?

In jüngster Zeit gibt es so viele kriegerische Konflikte wie selten zuvor. Misstrauen und Anfeindungen zwischen unterschiedlichen Glaubensgruppen, Ländern und auch Gemeinden werden weltweit berichtet. Angst vor Überfremdung wird geschürt ohne die Lösung der Begegnung aktiv mitzugestalten. Das Ergebnis ist Ablehnung, Missgunst, Hass auf beiden Seiten. Wir wollen, dass Moscheen, Synagogen, Kirchen, Tempel geschützt sind vor Ignoranz und Übermut. Oder wie es ein Vertreter des muslimishcen Dachverbands Deutschlands betonte.“ Wenn eine Kirche brennt bin ich Christ. Wenn eine Synagoge brennt, bin ich Jude. Wenn eine Moschee brennt, bin ich Moslem.“

Wir setzen auf friedliche Begegnung. Ein Zeichen für Verständnis, Vertrauen, Solidarität und Nächstenliebe. Pfarrer Busch von der evangelischen Gemeinde bringt es auf den Punkt: „ Was mir bei der Veranstaltung so durch den Kopf geht ist, wie lange und wie viele Menschen sich gegenseitig bekriegt haben um zu zeigen, dass man das jeweilige Lieblingskind Gottes ist“. Die gemeinsamen Wurzeln zwischen allen Richtungen waren unverkennbar sichtbar geworden. Die kostenfreie Veranstaltung am Rheinufer in Erpel war ein voller Erfolg.

Vielen Dank

Susanne und Dirk Seeling

 

Unter Rückblick finden Sie Bilder der Veranstaltung und Referenzen von Teilnehmern.